Flaches Land – Ein Spassbahnermodul

Flaches Land – auch bekannt unter dem Namen „Der Flache Müller“ – ist dieses kleine zweiteilige Modul ein Versuch mal ohne Felsen auszukommen. Flach ist das neue Unflach!

Rohbauten

Die Rahmenteile bestehen aus 10 mm Sperrholz. Die Holzarten Pappel oder Gabun sind hierfür geeignet und günstig zu bekommen. Die Qualität bei dem Tropenholz Gabun schwankt etwas, hier sollte man sich vor Ort für das bessere entscheiden. Kanthölzer im passenden Winkel sorgen für gute Stabilität und erleichtern die Montage. Für das Anzeichnen des Bogens ist ein selbstgebauter Zirkel sehr hilfreich. Der Kreismittelpunkt liegt deutlich außerhalb des Rahmens, so das man sich sonst mit zusätzlichen Leisten behelfen muss. Der hier benutzte Zirkel bringt diese Leiste gleich mit.

Nägel und Holzleim fixieren die Trasse bündig auf dem Rahmen. Dadurch ergibt sich auch die einfach gehaltene Form der Schnittstelle wie sie bei den Spassbahnern üblich ist. Zusätzliche Klötze stabilisieren die Verbindung der Trasse auf den Rahmen und werden nur mit Holzleim verklebt. Schraubzwingen pressen das Teil in Position bis der Holzleim abgebunden hat. Für die richtige Höhe der Bettung sorgen Korkstreifen mit 3 mm Stärke von Auhagen. Den Pattex beidseitig aufgetragen, antrocknen lassen. Ein Tapetenroller erzeugt den Druck für eine feste Verklebung.

Die Unterführung erfordert eine zusätzliche Ebene, die mit Zwingen und Holzleim an der Trasse fixiert wird. Zwei schnelle Schnitte mit der Japansäge und die Lücke in der Trasse ist fertig. Passend gesägte Holzteile bilden die Basis der Beton-Unterführung. Die Trasse der Straße besteht aus 5 mm Sperrholz (Pappel). Zwingen und Holzleim sorgen wieder für eine belastbare Verbindung mit dem Untergrund.

Vor dem eigentlichen Einfärben bekommen die Holzteile Struktur. Dazu tupft ein Pinsel Holzleim auf die Flächen bis dieser fast trocken ist. Dadurch bildet sich eine feine Maserung in dem sonst recht körperlosen Kleber. Für die Grundierung eignet sich hellgraue Abtönfarbe, leicht verdünnt mit etwas Wasser. Es ist stets besser zwei Schichten aufzutragen anstelle einer einzelnen. Zu dicke Farbe schmiert die Struktur wieder zu. Trägermaterial für die weitere Geländegestaltung ist Aluminium-Fliegengitter, das sich mit dem Tacker einfach auf dem Rahmen befestigen lässt. Weniger gut erreichbare Stellen können gut mit der Heißklebepistole fixiert werden. Auch die Befestigung an dünnem Holz oder auch Alugitter untereinander gelingt damit leicht.

Befahrene Straße

Für die Straße tupft ein flach abgeschnittener, runder Borstenpinsel dunkelgraue Abtönfarbe auf die Trasse. Auch hier entsteht durch das Stupfen der Farbe eine leichte Struktur. Nach dem Trocken der ersten Schicht sollte eine zweite Schicht aufgetragen werden, um eine ausreichende Deckung zu erhalten. Ist die Grundierung getrocknet, kann die Straße patiniert werden. Ein wenig weiß mit etwas beige (Revell Aqua Color) vermischt ergibt den passenden Farbton. Der flache Borstenpinsel darf nur sehr wenig Farbe enthalten, am besten auf einer Zeitung fast trocken wischen.

Dann zunächst die Spurrillen nachziehen und zum Schluss die gesamte Fläche granieren. Je nach gewünschtem Alterungsgrad der Straße können noch Pulverfarben und schwarze Lasuren zum Einsatz kommen. Mit einer Lasur aus Revell Aqua Color schwarz, etwas lederbraun und reichlich Spiritus entsteht die Patina der Betonteile. Auch hier können weitere Verwitterungsspuren dezent mit Pulverfarben nachgebildet werden.

Bei Modulen ist die genaue Lage der Gleise an den Schnittstellen wichtig. Um das zu gewährleisten gibt es passende Lehren (Ndetail, Hogos Finest). So können Position und Gleisabstand auch im Bogen sauber eingehalten werden. Wichtig ist ebenfalls die richtige Länge der Profile. Diese sollten nicht über den Rahmen hinaus stehen. Andererseits darf die Lücke auch nicht zu groß geraten, 0.5 mm Abstand zur Kante wären ideal. Damit es keine Probleme an den Modulschnittstellen gibt ist ratsam die Innenseiten des Profils 45° nach außen abzuschrägen. Eine Einfache Methode ist das Kürzen mit einem watenfreien Seitenschneider (Xuron). Dieser schneidet das Profil recht sauber, so dass es nur noch wenig Nacharbeit mit einer Schlüsselfeile bedarf.

Ackergrund

Die Struktur des Ackerbodens bildet mit der Zahnspachtel aufgezogene Acrylmasse nach. Meist ergibt sich durch die Ackermaschinen eine typische Musterung der Flächen die auch leicht variiert. Eine gute Nachbildung der Erde gelingt mit echtem, sterilisierten und gesiebten Humus. Ebenfalls geeignet ist Parabraunerde von Minitec. Die Farben im Vorbild variieren sehr stark, je nach Region und Geologie.

Randbereiche am Acker, Wege und Rasenflächen erhalten eine Behandlung mit Sand, Erde und Turf. Uniformität ist hier unerwünscht, der Untergrund darf ruhig durchwachsen und fleckig sein. Für weitere Schichten werden mit Grasleim (Noch) Kleberpunkte möglichst zufällig gesetzt. Der Untergrund ist dabei immer noch gut zu sehen, die Kleberschicht sollte nicht deckend sein. Dann werden zunächst kurze Gräser (2mm, Mininatur) in mehreren Schichten aufgebracht. So entsteht ein lebhafter, durchwachsener Bewuchs wie er im späteren Sommer zu finden ist.

Für die Grasbüschel am Bahndamm und in den Unkrautstreifen werden die längeren 4,5 mm Fasern verwendet. Die Technik der Begrünung ist dieselbe, unregelmäßige Kleberpunkte werden auf die bereits begrünten, trockenen Flächen gesetzt. Die Grasbüschel entstehen dann automatisch an den Stellen wo der Kleber aufgebracht wurde.

Ob der Schotter vor oder nach dem Begrünen aufgebracht wird ist eine Philosophiefrage. In beiden Fällen ist die Verarbeitung dieselbe. Ein flacher Borstenpinsel verteilt den Schotter zwischen den Schwellen. Die Steine auf den Schwellen lassen sich mit einem abgeschnittenen Haarpinsel von den Schwellen kehren. Mit etwas Übung entsteht so die typische Form des Schotterbetts mit Absenkung in der Mitte und Anhäufung beidseitig des Gleises.

Damit der Leim gut in den Schotter einziehen kann, wird zunächst ein Netzmittel (Minitec) aufgenebelt. Eine Kunststoff-Pipette leistet gute Dienste beim aufträufeln des Schotterklebers. Dieser sollte das gesamte Schotterbett gut durchdringen. Flexible Klebersorten verhindern eine zu laute Geräuschkulisse und verhindern eine Schallbrücke. Das geht jedoch bei einigen Klebersorten auf Kosten der Stabilität. Ein Kompromiss für Module ist mit Netzmittel verdünnter Heki Latex Schotterleim.

Die Patina entsteht durch aufbringen einer rostroten Holzlasur von Clou. Dazu mischt man die Farben Teak und Nussbaum und verdünnt das Gebräu sehr stark mit Spiritus oder Netzmittel. Die Lasur kann dann beginnend an den Profilen aufgebracht werden. Aber Vorsicht: Schnell hat man zuviel gefärbt und es entsteht ein unnatürlich roter Farbton. Filigranbüsche von Mininatur beleben Bahndamm und Einschnitte der Straße.

Zunächst zerlegt man die Büsche. Die schönen Spitzen werden zu Büschen und kleinen Bäumchen, die kleineren Teile zu niedrigem Gestrüpp. Bis auf Teile vom zentralen Ast kann alles verwendet werden . Dazu etwas Holzleim auf ein Brettchen aufstreichen, die Büsche auftippen und platzieren, es genügt wenig Leim zum befestigen.

Masten und Geländer

Typisch für die Bahnstrecken früherer Epochen sind die Telegrafenmasten. Diese gibt es von Weinert als Bausatz. Ein hervorragendes Flussmittel gibt es von NDetail. Damit und mit nur sehr wenig Lötzinn können die Masten gemäß der Bauanleitung zusammengesetzt werden. Liegt die Strecke im Bogen, sind typischerweise die Masten zusätzlich abgestützt oder abgespannt.

Vor dem einfärben der Masten sollten diese mit Feuerzeugbenzin gereinigt werden. Dann kann die Farbgebung erfolgen. Die Masten erhalten zunächst einen dunkelbraunen Anstrich, die Ausleger sind schwarz gefärbt, aber in späteren Epochen auch gerne verrostet. Die Farben aus dem Vallejo-Sortiment eigenen sind hier gut. Die typischen weißen Keramikisolatoren sind ein Detail das man nicht vergessen sollte. Ein feiner Pinsel und etwas weiße Farbe genügen um die abgesetzten Teile hervorzuheben. So entsteht in einer kurzweiligen Bastelei ein kleiner Telegrafenwald.

Die Masten lassen sich einfach platzieren. Ein 1,2 mm Bohrer in einem Stiftenkölbchen leistet hier gute Dienste. Sitzen die Masten nicht stramm genug, hilft ein kleiner Tropfen Sekundenkleber nach. Ebenfalls mit Sekundenkleber wird der grau gestrichene Zaun (Bavaria) an der Beton-Unterführung befestigt. Der Bohrer ist hier mit 0.8 mm etwas feiner. Um den Kleber genau an die Löcher zu bugsieren, ist ein Stück Draht hilfreich. Das vordere Ende ist etwas bearbeitet und mit einer Riffelung versehen. So bleibt mehr Kleber am Draht hängen.

Ein schwerer Stahlzug legt sich elegant in die Kurve, ein klassisches Eisenbahnmotiv...
Ein schwerer Stahlzug legt sich elegant in die Kurve, ein klassisches Eisenbahnmotiv…

Bezugsquellen

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