Wurzel, Stamm und Krone: Nadelbaumbau

Im H0 Sektor hat sich herumgesprochen dass es Besseres gibt als die bislang üblichen Bürstenbäume. Die kleinere Spur hat es da nicht so leicht. Zu grob sind die fertigen Baumrohlinge. Das Silhouette Belaubungsflies indes lässt sich gut auch in der kleineren Baugröße einsetzen.

Draht wickeln

Den „Wickeldraht blaugeglüht, 0.65mm“ bekommt man im Baumarkt. Es eignet sich auch anderer Draht mit ähnlicher Stärke. Der geglühte ist auch ohne Farbe dunkel und bleibt unsichtbar, falls die Beschichtung abgeht. Mit einem eigens dafür gebauten Werkzeug werden die späteren Äste gefertigt. Die äußeren Stifte haben dabei ca. 3,5cm Abstand zu dem mittleren Stift. Der Durchmesser des mittleren Stiftes entspricht dem Schweissdrahts.

Man beginnt an einem Ende und führt den Draht einmal um den Mittleren Stift herum und dann weiter zum anderen Ende. Auf der anderen Seite zurück und noch mal eine Runde um den Mittleren Stift. Die Schlaufen auf dem Mittleren Stift kommen später auf den Stamm. Für eine Hochstamm-Fichte mit 15cm werden etwa 22 Schlaufen bzw. Doppeläste benötigt. Für Fichten mit Ästen bis zum Boden sind es etwa 30 Schlaufen.

Schneiden und Legen

Vom Schweißdraht (2mm, Baumarkt) ca. 16cm lange Stücke abschneiden. Mit einer Schleifmaschine oben spitz schleifen. Bewährt hat sich ein Akkuschrauber in den der Draht eingespannt wird und dann gleichmäßig am Schleifstein dreht. Am unteren Ende wird der Umfang des Stammes mit etwas Klebeband (Malerkrepp) vergrößert. Dazu ein dreieckiges Stück Kreppband abschneiden und aufrollen.

Bei Bäumen mit Ästen bis zum Boden genügen 1-2 cm, mehr Stamm ist nicht sichtbar. Bei Hochstammfichten reicht das Krepp bis zur Hälfte des Stammes hinauf. Die anfangs erstellten Drahtwickel kommen nun auf den Stamm. Im Bereich des Klebebandes muss der Draht wieder etwas aufgebogen werden damit er sich aufschieben lässt. Sitzen die Äste an Ort und Stelle, einfach wieder zusammenziehen.

Im Bereich der Spitze werden die Drahtschlaufen enger gezogen damit die letzen Schlaufen fest auf der Spitze sitzen. Sind die Schlaufen zu locker lösen sie sich möglicherweise wieder, wodurch das Belauben erschwert wird. Damit die Äste gut am Stamm halten wird dieser mit einer 1:1 Mischung HEKI-Latex und Weißleim bestrichen. Der Latex-Kleber sorgt für eine gewisse Flexibilität, was verhindert das die Rinde abblättert. Das Ganze muss dann gut austrocknen.

Mit einer Blechschere wird der Baum in Form geschnitten. Hier entscheidet sich ob es eine Fichte oder eher eine Tanne sein wird. Fichten sind dabei recht schlank und Pfeilförmig. Tannen entsprechen eher einem Kegel mit abgerundeter Spitze. Bei hohen Tannen ist der untere Bereich oft zylindrisch.

Coating

Die Stammrohlinge erhalten nun ihre Beschichtung aus Farbe und Steinmehl. Dazu den Rohling mit „Plasti-kote Protect Paint Matt Super 3107 Chocolate“ besprühen und gleich in die nasse Farbe eine „Staubmischung“ streuen. Gegebenenfalls diesen Vorgang wiederholen. Dabei sollten die Äste nicht zuviel Farbe abbekommen da sich sonst Klumpen bilden.

Die Staubmischung besteht aus verschiedenen Steinmehlen (Minitec Gandorit, Parabraunerde). Die genaue Zusammensetzung ist zweitrangig, der Farbton sollte ein helles Graubraun sein. Die Körnung des Materials ist sehr fein.

Belauben

Die Matte (Silhouette Belaubungsmaterial Fichte) in passender Länge zurechtschneiden und mit Tesa Alleskleber (rote Kappe, MIT Lösungsmittel) festkleben. Faserrichtung quer zum Ast. Zum fixieren eignen Haarklammern.

Lieber zuwenig Nadel-Material als zuviel. Der Baum muss „luftig“ wirken und der Stamm sollte immer mal wieder raus spitzeln. Ist das Belaubungsflies zu dicht, die Teile vor dem Aufkleben etwas auseinanderziehen.

Um die Fichte in Form zu bringen die Äste sichelförmig zugeschnitten werden. Eine schön scharfe Nagelschere ist das ideale Werkzeug. Beginnend von der Spitze des Astes wird eine Sichel geschnitten. Kurz vor dem Stamm geht es dann wieder nach scharf nach oben.

Fichten hängen ein wenig durch, die Äste werden entsprechend gebogen. Dazu den Zeigefinger auf den Ast legen und mit dem Daumen die Spitze halten. Dann einfach nach unten drücken. Der Ast geht dann am Stamm schräg nach unten und biegt vom Stamm weg nach oben. Dabei kann man am besten die Äste auch ein wenig verteilen bis der Baum hübsch aussieht.

Noch ein Spitzer’l drauf …

Von einem Stück Belaubungsmatte wird ein längliche Faser mit etwas Verästelung am unteren Ende herausgeschnitten. Diese Setzt man mit einem Tropfen Kleber oben auf die Spitze. Meist ist es nötig noch ein bis zwei kleine Schnipsel beidseitig an diese Stelle anzusetzen um den Übergang zu kaschieren.

Ein Formvollendeter Baum benötigt etwas Übung. Gerade der letzte Teil wo die Äste gerichtet werden erfordert etwas Erfahrung. Es gibt keine „hässlichen“ Bäume. Es gibt nur Vorder- und Hintergrundbäume. Gerade Hochstammfichten wirken im Wald erst richtig gut!

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Bezugsquellen

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