Müllers Alte Hobel – FKS Rungenwagen

Güter auf Paletten wurden oft von Rungenwagen mit Gittern transportiert, die es von FKS-Modellbau für die kleine Spur zum nachrüsten gibt. Ein Exot im Fuhrpark!

Die vielen verschiedenen Handelswaren die seinerzeit noch mit speziellen Wagen transportiert wurden, sorgten für allerhand Speziallösungen. Die zweiachsigen Rungenwagen an sich waren häufig anzutreffen, etwas seltener waren sie mit Gittern ausgestattet. Ursprünglich für den Transport von Bimssteinen gedacht wurden darin später Bündelbriketts und Ziegel auf Paletten transportiert wie die Bilder in Band 5 von Stefan Carstens Buch „Güterwagen“ belegen. Der Roco Spur-N Rungenwagen wird dazu noch mit einigen Details und einer Kurzkupplungskulisse versehen, sowie entsprechend seiner Nutzung gealtert.

Für die weiteren Arbeiten muss der Wagen möglichst komplett zerlegt werden. Etwas Vorsicht ist geboten, die Rastnasen brechen gerne ab. Die schon früher abgebrochene Runge ersetzt ein Streifen zurecht gefeiltes Polystyrol. Das Verlöten der vier Seitenteile ist dank der Verzahnung nicht allzu schwer, etwas kniffliger ist das Anbringen der kleinen Ösen für die Rungen an den Fronten. Lötöl von Ndetail und feines 0,5er Lötzinn sind die wichtigsten Zutaten in diesem Schritt.

Die originalen Puffer sind etwas kurz geraten und fallen ebenso wie der Kupplungsschacht dem Messer zum Opfer. Eine Schleifscheibe sowie eine Feile sorgen für eine ebene Fläche um später die Kulisse montieren zu können.

Die Pufferbohle stammt von KUSWA und wird gemäß der Anleitung verlötet. Auch hier gilt es Vorsicht walten zu lassen, die filigranen Schlauchimitationen und anderen Kleinteile müssen nur gefaltet werden, sind aber schnell lose und dann wesentlich schwerer zu verlöten. Die Löcher für die Puffer von Thomschke (www.modellbahn-radsatz.de) müssen gerade gebohrt werden, etwas 2K-Klebstoff fixiert die Puffer in den Bohrungen. Diese halten dann die komplette Pufferbohle an Ort und Stelle, ohne dass weiterer Kleber nötig ist.

Damit die nächsten Schichten Farbe gut haften, erhalten die Metallteile eine dünne Schicht Surface Primer von Tamiya als Grundierung. Nach vollständiger Trocknung wird das Fahrgestell und das Gitter mit einem Airbrush in einem dunklen Schwarzbraun lackiert. Auch die Ersatzrunge hat etwas Güterwagenbraun abbekommen.

Die zierliche Kulisse von Hammerschmid passt zwischen die Radscheiben
Die zierliche Kulisse von Hammerschmid passt zwischen die Radscheiben

Von Hammerschmid Präzisionsmodelle gibt es eine flache Kulisse die mit etwas Epoxidkleber auf die Unterseite des Wagens geklebt wird. Für die leichtere Positionierung gibt es eine Lehre zum Einstellen des korrekten Abstands zu den Puffertellern.

Rostbraune Farbtöne ergeben ein rostiges Gitter
Rostbraune Farbtöne ergeben ein rostiges Gitter

Güterwagen wurden lange nicht so gepflegt wie Personenwagen. Übrlicherweise ist ihnen der raue Betrieb deutlich anzusehen, wenn die Wagen nicht direkt vom Hersteller kommen. In den Betriebswerken wurden öfter nur die Schäden ausgebessert, so dass mancher Wagen mehr einem Flickerlteppich und kaum einer dem anderen gleicht.

Das Gitter erhält einige Rostspuren mit rost und hellbraun aufgepinselt. Das filigrane Gitter gilt es nur sparsam mit etwas Farbe zu benetzen und auch die Farbtöne sind etwas zu variieren.

Der Holzboden wird zunächst mit einem hellen Beige behandelt. Ein fast farbleerer Borstenpinsel (Dry-Brush) ist lässt die Farbe nur auf den erhabenen Bereichen zurück, so dass die Gravuren sich nicht mit Farbe zusetzen.
Eine Lasur aus Ölfarbe (schwarz und umbra) und Feuerzeugbenzin sorgt nun für die Tiefenwirkung, indem sie in die Vertiefungen läuft und diese abdunkelt. So ergibt sich das typische Graubraun von verwittertem Holz.

Staub, Dreck sowie Abrieb von Bremsen und Rädern sorgen schnell für eine Schmutzschicht auf den Wagen in einem recht typischen dreckbraunen Farbton. Revell Email Color wird dafür mit einem Airbrush aufgenebelt und alsbald mit Pinsel und Feuerzeugbenzin wieder abgewaschen. Hierbei streicht der Pinsel stets in Richtung des ablaufenden Wassers über die Wagenseiten.

Die darunterliegenden Farbschichten auf Acrylbasis werden in der kurzen Zeit vom Benzin nicht angelöst. Beschriftungen sollten einigermaßen lesbar sein, sie wurden auch beim Vorbild öfter gereinigt und ggfs. auch neu angebracht während andere Teile des Wagens bestenfalls grob gereinigt wurden.

Abschließend sorgen Pulverfarben in verschiedenen Schwarz- und Brauntönen für weitere Patina. Der mattierende Effekt ist dabei durchaus erwünscht und kann gegebenenfalls mit Mattlack aus dem Airbrush noch verstärkt und haltbar gemacht werden.

Den noch unbeladenen Wagen schiebt die V160 von BRAWA zurück zum nächstgelegenen Güterbahnhof.
Den noch unbeladenen Wagen schiebt die V160 von BRAWA zurück zum nächstgelegenen Güterbahnhof.

Bezugsquellen

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