Airbrush für Modellbahner: Teil 3 – Die Farben

Groß die Auswahl, breit das Angebot. Welche Farben braucht man so? Eine pauschale Antwort darauf ist erstaunlich komplex, kein Farbsystem deckt alles ab was es an Anwendungen gibt. Viele Farben sind mehr oder weniger austauschbar, aber es sind oft Kleinigkeiten die den Ausschlag geben. Darum ist dieses Kapitel auch ein wenig länger geraten.

Eine Fülle von Begriffen machen dem Anfänger schwer zu schaffen. Aber gerade die Kombination von Pigmenten, Lösungsmitteln und Bindemitteln verleihen der Farbe die jeweils gewünschten Eigenschaften. Daher zunächst mal ein Überblick, was eine Farbe denn nun eigentlich ausmacht und wie man sie einordnen kann.

Pigmente

Die Geschichte der Malerei reicht zurück bis in die Steinzeit und deren Höhlenmalereien. Natürliche Pigmente aus bestimmten Erden und Mineralien wurden in allen Zeiten verwendet und spiegeln sich auch heute noch in den Bezeichnungen wieder. Die ersten künstlichen Pigmente entstanden dereinst als der Mensch das Feuer beherrschen konnte. Umbra, Sienna, Kalkweiß und Purpur beispielsweise sind geläufige Namen die man in den Farblisten auch heute noch findet.

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Pigmente lassen sich auch direkt verwenden, das Feuerzeugbenzin dient dabei als schnellflüchtiges Malmittel. Damit lassen sich mit einem feinen Pinsel die Akzente im Fahrwerksbereich setzen.

In der jüngeren Geschichte kamen eine große Zahl industriell hergestellte Pigmente dazu, welche die oft sehr teuren und öfter auch giftigen Rohstoffe ablösten und damit den Grundstoff unserer heutigen Farben günstiger verfügbar machen konnten. Beispiele dafür sind das Berliner Blau (auch Preußisch Blau) als Alternative zum aufwendig aus dem Edelstein Lapislazuli gewonnenen Ultramarinblau. Später wurden Verfahren gefunden, um diese Farbe und viele andere ebenfalls synthetisch herstellen zu können.

Anfang des vorigen Jahrhunderts wurden die Farben normiert und die RAL-Farben entstanden. Viele bekannte Institutionen definierten ihre Farben anhand dieser Liste und benutzen diese teils noch heute. Später kamen weitere Standards hinzu wie beispielsweise die HKS-Farbfächer und das Pantone Matching System. Die Hersteller von Farben sind heute jedoch sehr kreativ im Erfinden von eigenen Farbnamen, um das Marketing für die Zielgruppe zu verbessern. Das macht es allerdings auch schwieriger, bestimmte Farben in den Sortimenten zu finden. Hilfe kommt in Form von Referenzlisten, die teils von den Herstellern und Händlern oder engagierten Modellbauern mehr oder weniger gut gepflegt werden.

Es gibt auch Farben die nur bestimmte Hersteller im Angebot haben. Beispiel hierfür ist das Purpurrot als Acrylfarbe für Fahrzeuge der Bundesbahn in Epoche 3. Im Programm von Vallejo wird man hier nicht fündig, aber es gibt sie beispielsweise im Revell Aqua Sortiment.

Aber auch hier kommt man nicht immer weiter, in der Regel werden mehrere Farben gemischt, um einen bestimmten Farbton zu erhalten. Dabei hilft oft nur Versuch und Irrtum, um später von der dabei entstehenden Erfahrung profitieren zu können. Gerade beim Patinieren von Modellen ist es auch Ziel besonders „dreckige“ Farben zu erhalten, um genau diesen darzustellen. Je mehr Pigmente dabei vermischt werden, desto dreckiger wird die Farbe.

Binde-, Lösungmittel, Füll- und Hilfsstoffe

Chemisch deutlich unübersichtlicher wird es nun bei den Zutaten die aus den Pigmenten eine verarbeitbare Farbe machen. Oft werden die Farbsysteme nach dem Bindemittel klassifiziert. Bei den traditionellen Ölfarben sind dies beispielsweise Leinöl, Sojaöl oder Tungöl. Die kleinen Dosen von Revell heißen zwar irreführenderweise Email-Color (engl. Enamel), sind aber eigentlich Farben auf Kunstharzbasis (Alkydharz).

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Mit Ölfarben und etwas Feuerzeugbenzin lassen sich hervorragend feine Verschmutzungen an den Wagen imitieren.

Die heute recht beliebten Acrylfarben (engl. Acrylics) haben ihren Namen vom Bindemittel Polyacrylate und sind damit letztlich auch Kunstharzfarben. Dazu kommen verschiedene Zuschlagstoffe, die die Eigenschaften der Farbe bestimmen, wie beispielsweise Streichfähigkeit, Glanzgrad, Lagerfähigkeit, Flexibilität oder Oberflächenstruktur. Deswegen und wegen der vielfältigen Lösungsmittel sind die Farben recht unterschiedlich in der Anwendung.

Im Gegensatz zu den Bindemitteln sind die flüchtigen Lösungsmittel in der späteren Farbschicht nicht mehr enthalten, da sie beim Trocknungsprozess verdunsten. Sie beeinflussen aber stark, wie sich die Farbe in der Pistole und auf dem Material verhält. Eingesetzt wird eine breite Palette von Kohlenwasserstoffen, Alkoholen und Wasser (Acryl-Dispersion). Die verschiedenen Formulierungen sorgen dafür, dass die jeweiligen Marken nicht immer direkt untereinander mischbar sind und ob sie mit Wasser verdünnt werden können. Generell sollte man also immer einen separaten Test machen, bevor die Farbe aufs Modell kommt!

Vorsicht geboten ist ebenfalls bei der Verwendung von Farben mit aggressiven Lösemitteln auf Kunststoffen wie Polystyrol, die davon schnell angegriffen werden. Hier empfiehlt sich eine schützende Schicht mit einer weniger aggressiven Grundierung. Die Farbschichten sollten möglichst dünn sein, damit die Lösemittel verdunsten können, bevor sie das Modell beschädigen.

Farbsystem oder Experimente?

Die Hersteller bieten üblicherweise ein komplettes Sortiment von Farben und Hilfsstoffen an. Im Zweifel ist es auch ratsam sich daran zu halten und die vorgeschlagene Verdünnung des Herstellers zu verwenden, die optimal auf die Farben abgestimmt wurde. Ähnliches gilt auch für Reinigungsmittel und Hilfsmaterialien.

Manchmal gibt es auch Gründe diese Regel zu missachten, nicht nur wegen der Preisgestaltung der Hersteller. Bestimmte Alterungsmethoden setzen darauf, dass die Farben gerade nicht mehr haften oder dass sie das in hoch verdünnter Form immer noch tun. Es werden auch bewusst Acryl-Farben und Enamel-Farben kombiniert, um für Washing-Techniken das Anlösen der darunter liegenden Schichten zu verhindern.

Für die direkte Verwendung im Airbrush bieten verschiedene Hersteller spezielle Farbsysteme an. Diese sind deutlich stärker verdünnt und können ohne weitere Verdünnung verarbeitet werden. Die Farben sind meist auch leicht transparent und fein pigmentiert und eigenen sich so super als Lasurfarben.

Am Ende entscheidet aber nicht nur die Farbe selbst, auch die Lagerfähigkeit hat erheblichen Einfluss auf die Anwenderfreundlichkeit. Nichts ist ärgerlicher als dass man teuer gekaufte Farben ungenutzt in den Müll entsorgen muss. Bestimmte Farben überlagern schneller als man sie verbrauchen kann. Und bei einigen Farben sind die verwendeten Dosen mehr als nur suboptimal, so dass die Farbe nach einer kurzen Zeit bereits eingetrocknet ist.

Im folgenden nun eine kleine Auflistung der Farben, die ich gerne verwende und Erfahrungen welche ich damit gemacht habe.

Die Preise sind nur ungefähre Richtwerte zur Orientierung, auf Basis einer spontanen Suche im einschlägigen Online-Handel. Bei allen Herstellern wird die Farbe deutlich günstiger, wenn man größere Gebinde kauft, das lohnt sich aber für unseren Bedarf sehr selten. Ähnliches gilt für Sets aus denen nicht alle Farben benötigt werden. Alle Farben überaltern irgendwann und werden unbrauchbar.

Vallejo Model-Air

Neben der Game-Color Serie bietet Vallejo mit der Model-Air Reihe Farben für Airbrush an. Viele praxisnahe Farben und die dichten und sehr praktischen Tropfflaschen machen dieses System aus und sorgten für eine schnelle Verbreitung. Die Farben trocknen matt und sehr schnell auf, das führt unter Umständen zu Problemen mit feinen Düsen und hohem Luftdruck an der Pistole. Preis liegt bei etwa 15 € / 100 ml.

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Eine Auswahl aus dem Farbsortiment von Vallejo

Ein paar Tips für ein optimales Brush-Ergebnis:

  • Düsendurchmesser nicht zu klein wählen

    Bewährt hat sich eine 0,4er Düse, damit lassen sich die Farben direkt und problemlos verarbeiten. Für feinere Düsen muss deutlich mehr Verdünnung beigemischt werden.

  • Die neue Verdünnung verwenden

    Die Farben lassen sich problemlos mit Wasser verdünnen. Der originale Verdünner funktioniert in der Airbrush jedoch deutlich besser, da die Trocknung etwas verzögert wird. Die neue, transparente Version ist nochmal verbessert worden.

  • Ein paar Tropfen Verdünnung vorab in den Farbbehälter

    Verhindert, dass schon zu Anfang Farbe im Kanal trocknet. Generell mische ich immer etwas Verdünnung dazu.

  • Mit wenig Druck spritzen

    1,8 bar an der Pistole ist ein guter Kompromiss. Es geht auch noch mit weniger, hier muss man etwas probieren um das Optimum zu finden. Ein zu hoher Druck beschleunigt das Trocknen der Farbe, sie trifft praktisch schon pulverförmig auf das Modell.

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Die Farben können direkt in der Pistole verwendet werden, dennoch ist es ratsam, etwas Verdünner zusätzlich zu verwenden.
Für die Modellbahn werden nicht alle Farben benötigt. Eine Erstausstattung kann wie folgt aussehen:
70.600 Surface Primer White
70.601 Surface Primer Grey
70.602 Surface Primer Black
70.605 Surface Primer Red Brown
70.607 Surface Primer U.K. Bronze Green
71.001 White
71.014 Gunship Green
71.028 Sand
71.037 Mud Brown
71.038 Camouflage Med. Brown
71.049 Medium Sea Grey
71.057 Black
71.062 Aluminium
71.080 Rust
71.085 Ferrari Red
71.090 Blue Angel Blue
71.161 Airbrush Thinner (new Formula)

Schmincke Aero Color

Die Farben basieren auf den sehr feinen Pigmenten, die auch als Künstlerfarben bekannt sind. Die Farben sind sehr dünnflüssig, ähnlich wie Tusche, aber sehr gut deckfähig. Die Glasflaschen sind dicht und haben im Deckel eine Tropfpipette integriert. Es gibt eine reichhaltige Palette an Hilfsmitteln und Stifte die man mit den Farben befüllen kann.

Die Farbpalette ist etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man die Farben von Revell und Vallejo gewöhnt ist. Hilfe gibt es in Form einer Mischtabelle in der man praktisch alle relevanten Farbtöne findet. Da man dazu aber fast alle Farben des Sortiments benötigt, will der Schritt zu diesem System gut überlegt sein. Es lohnt sich jedoch auf jeden Fall ein paar Farben auszuprobieren, beispielsweise Weiß zum Aufhellen von Fahrzeugen. Preis liegt bei etwa 21 € / 100 ml.

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Die dünnflüssigen aber gut deckenden Aero Color von Schmincke sind sehr gut für feine Verläufe beim Altern von Güterwagen geeignet.

Hervorragend ist auch der Reiniger Aero Clean Rapid den ich für alle Acrylics nutze. Zum Zwischenspülen der Pistole mit 2 – 4 Teilen Wasser verdünnt oder pur bei eingetrockneten Farbflecken. Für das Anpassen des Glanzgrades nach Abschluss der Lackierarbeiten ist der Aero Schlusslack (matt oder soft-touch) sehr gut geeignet.

Die folgenden Farben und Hilfsmittel bieten sich für den Anfang an:
28 101 SUPRA-Weiß, deckend
28 702 Schwarz
50 606  AERO CLEAN RAPID
50 611  AERO Schlusslack, matt

Tamiya X/XF

Die Farben von Tamiya sind für die direkte Verwendung im Airbrush etwas zu dick eingestellt. Verdünnen lassen sich die Farben mit Wasser oder der Verdünnung des Herstellers, die Farben selbst sind lösemittelhaltig. Darum funktioniert auch Revell Email Cleaner als Verdünnung hervorragend und macht die Farben auf Kunststoff sehr abriebfest.

Die kleinen Gläser sind von guter Qualität und dicht, aber für die Pistole nicht ganz optimal. Am einfachsten geht es mit einer Pipette aus Kunststoff, welche man in größeren Mengen online bestellen kann. Preis liegt bei etwa 15 € / 100 ml.

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Für das Altern von Fahrzeugen kann die folgende Liste zur Orientierung dienen wobei das „gealterte“ Güterwagenbraun aus den verschiedenen genannten Farben gemischt wird. Eine gewisse Abweichung ist dabei durchaus erwünscht.
XF-1 Flat Black – Schwarz Matt
XF-2 Flat White – Weiß Matt
XF-7 Flat Red – Rot Matt
XF-9 Hull Red – Rumpfrot Matt
XF-10 Flat Brown – Braun Matt
XF-20 Medium Grey – Mittelgrau
XF-52 Flat Earth – Erde Matt
XF-64 Red Brown – Rotbraun

Weinert Nitro-Acrylfarben

Die Palette ist vor allem auf die bei der Bahn verwendeten RAL-Farben abgestimmt und wird sehr gerne für Kleinserienmodelle verwendet. Die Acrylfarben sind lösemittelhaltig und damit nicht mit wasserbasierten Farben mischbar. Weinert bietet einen passenden Acryl-Verdünner an, den man auch verwenden sollte, damit die Eigenschaften der Farbe erhalten bleibt. Ebenfalls im Sortiment ist eine graue Metallgrundierung welche zu den Farben passt. Die Farben sollten unbedingt nass auf dem Modell auftreffen, also nicht zu trocken sprühen. Preis liegt bei etwa 23 € / 100ml.

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Die Acryl-Lacke von Weinert sind für die Bedürfnisse von Kleinserienmodellen entwickelt und in den RAL-Farben verfügbar, die beim Vorbild Verwendung finden.
Typischerweise bestellt man die Farben nach Bedarf für das jeweilige Modell. Für das Kolorieren von Signalen und anderem technischen Zubehör rund um die Bahn hatte ich mir mal die folgenden Farben herausgesucht:
No. 2611, RAL 3002, Karminrot
No. 2627, RAL 6007, Flaschengrün
No. 2629, RAL 6020, Chromoxidgrün
No. 2631, RAL 7005, Beigegrau
No. 2633, RAL 7011, Eisengrau
No. 2643, RAL 8012, Preußisch Rotbraun
No. 2656, RAL 7033, Zementgrau
No. 2648, RAL 9007, Graualuminium
No. 2649, RAL 9010, Reinweiß
No. 2646, RAL 9005, Tiefschwarz
No. 2661, Grün für Signalmasten und Brücken
No. 2698, Metallgrundierung für Acrylfarben
No. 2600, Verdünnung für Acrylfarben

Revell Aqua Color

Das jüngste Farbsystem von Revell basiert auf denselben Farbtönen, die schon aus dem Email-Farben bekannt sind. Die Farben sind grundsätzlich auch vielfältig verwendbar, müssen aber für den Airbrush verdünnt werden. Dafür eignet sich neben dem hauseigenen Verdünner auch Wasser.

Für die Farben spricht die gute Verfügbarkeit in praktisch jedem Laden der Spielzeug führt. Leider ist die Kunststoffdose einmal geöffnet nicht mehr richtig dicht und die Farbe trocknet schnell aus. Dagegen hilft nur umfüllen in geeignetere Behältnisse. Preis liegt bei etwa 12 € / 100 ml.

Eine andere  Anwendung ist das Lasieren von Gipsstrukturen wie Felsen oder Mauern mit dem Pinsel, die Farben werden mit Spiritus verdünnt. Hier bieten sich die folgenden Töne an:
36105 Schwarz, matt
36184 Lederbraun, matt
36187 Erdfarbe, matt
36136 Ziegelrot, matt

Enamel Farben (Revell Email)

Die bekannten kleinen Dosen sind seit jeher fester Bestandteil im Modellbau. Jeder kennt sie und hat auch schon mal mit den Dosen gehadert. Diese sind zwar zunächst dichter als ihr modernes Pendant, aber irgendwann hat sich zuviel Farbe am Deckel gesammelt und die Dichtigkeit lässt nach. Vor Jahren hatte Revell eine Airbrush-Serie auf Kunstharz-Basis im Programm, die durch die Aqua Color abgelöst wurden. Die Farbe in den Dosen muss zum Spritzen verdünnt werden, dafür eigenen sich die meisten Verdünner für Kunstharzlacke und natürlich auch der von Revell.

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Speziel für Washes werden die Enamel-Farben auch heute noch vielfach verwendet. Neu sind vor allem spezielle Farben für bestimmte Effekte auf Fahrzeugen und Zubehör.

Allerdings gibt es immer noch Gründe diese Farben zu verwenden. Enamel-Farben eigenen sich gut für Washes und lassen sich dünn aufgesprüht mit Feuerzeugbenzin und Pinsel wieder anlösen. Inzwischen gibt es auch eine reichhaltige Palette von fertigen Enamel-Farben bzw. Washes  (MIG Produktions, AK Interaktive, Ammo of MIG und Humbrol). Diese dünnen Lasuren lassen sich direkt im Airbrush verarbeiten.

Farben siehe Revell Aqua.

Und noch vieles mehr

Natürlich gibt es noch eine Reihe anderer Farben. Beliebt sind beispielsweise Elite Life-Colours, viele Profis arbeiten mit Createx oder Hansa Pro-Color. Es gibt Speziallacke für metallische Oberflächen wie die Farben von Alclad II. Vallejo hat ebenfalls eine neue Wash Serie auf Wasserbasis. RST-Modellbau bietet ebenfalls RAL-Farben auf Nitro-Basis. Und, und, und…

Da ich selbst keine Erfahrung damit habe, bleiben sie hier aussen vor. Ausprobieren schadet jedoch nie!

Gute Haftung

Damit die Farben auf den Modellen haften, müssen sie entsprechend vorbereitet werden. Idealerweise wird die Oberfläche selbst leicht aufgeraut, beispielsweise durch Anschleifen mit feinem Sandpapier oder durch Sandstrahlen. Bei Metallen wie Messing oder Neusilber funktioniert auch ein kurzes Bad in Ätzflüssigkeit bis die Oberfläche leicht angegriffen ist.

Ein gründliches Entfetten des Modells ist ebenfalls wichtig. Flussmittelreste auf Lötbausätzen, Fette und andere Verschmutzungen müssen abgewaschen werden. Ein gründliches Bad in spülmittelhaltigem, warmem Wasser oder in Feuerzeugbenzin sind hier hilfreich. Danach sollten die Teile möglichst nicht mehr mit den Fingern angefasst werden.

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Die Grundierung von Citadel haftet auch auf problematischen Untergründen wie beispielsweise den Gleisen von Peco und blankem Neusilber sehr gut.

Von allen bislang getesteten Grundierungen hat sich „Chaos Black“ von Citadel mit der besten Haftung auf glatten Metallflächen erwiesen. Leider ist der Primer nur als Spraydose erhältlich, aber bis dato gab es noch keinen Ausfall zu verzeichnen. Ebenfalls geeignet ist der Surface Primer von Tamiya den es in grau und weiß gibt. Vallejo hat Grundierungen auf Wasserbasis in vielen Grundfarben die jedoch eine gute Vorbereitung des Untergrunds benötigen. Weinert hat einen guten Metall-Primer für die Verwendung in der Airbrush-Pistole, der auch für andere Farben verwendet werden kann.

Die Grundierung muss gut durchgetrocknet sein bevor die nächsten Farbschichten aufgetragen werden. Es ist auch immer ratsam, verschiedene Kombinationen von Untergrund, Grundierung und Farbauftrag vorab zu testen.

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Eine gut verfügbare und leicht anwendbare Alternative für Metalle und Polystyrol ist der Surface Primer von Tamiya.

Einen ungefähren Eindruck für die Haftfähigkeit liefert der Tesafilm-Test. Dazu wird eine kritische Fläche wie beispielsweise ein Rest Ätzblech mit der Farbe versehen. Nach einer angemessenen Trocknungszeit wird ein Stück Klebeband abgeschnitten und auf den Prüfling aufgeklebt. Nach dem Abziehen sollte die Farbe tunlichst nicht am Klebeband hängen sondern auf der lackierten Fläche verbleiben.

Einfach mal was Neues ausprobieren

Auch auf dem Farbmarkt bewegt sich hin und wieder was. Es lohnt sich ab und an mal den Markt zu sondieren und über den Tellerrand zu sehen. Vor allem im Military-Modellbau und Table-Top gibt es noch viele Farben, die im Modellbahnsektor praktisch unbekannt sind.

Vielleicht sollte man den Test nicht unbedingt an einem arbeitsintensiven Modell vornehmen. Sollte dennoch mal was schiefgehen, ist das kein Grund zum verzweifeln. Die meisten Farben lassen sich wieder entfernen. Dafür gibt es verschiedene Mittelchen. Feuerzeugbenzin, Spiritus, Farbentferner und notfalls Nitroverdünnung, sofern das Modell es verträgt. Anfangen sollte man dabei stets mit dem was das Modell selbst nicht angreift und sich dann vorarbeiten. Metallmodelle sind hier generell unkritischer als Kunststoffmodelle, zumindest wenn sie verlötet wurden.

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Ein Gedanke zu “Airbrush für Modellbahner: Teil 3 – Die Farben

  1. Hallo,
    hervorragend, genau so etwas habe ich gesucht. Baue derzeit mit meinem Sohn eine Eisenbahn-Welt in unserem Keller auf und werde das mit dem Airbrush mal ausprobieren. Vielen Dank für diese Anleitung. Lese gerne solche Artikel.

    Lg

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